Zentrum für Nashorntaubheit
Rhinogene Taubheit bezeichnet einen Hörverlust, der durch eine Entzündung des Nasenrachenraums, der Eustachischen Röhre und des Mittelohrs verursacht wird. Im Zentrum werden neben traditionellen Inhalationstherapien auch endotubale Insufflationen durchgeführt, bei denen Schwefelgas über die Eustachische Röhre in das Mittelohr eingeleitet wird.
Um die Behandlungsmöglichkeiten vollständig zu verstehen, sind einige grundlegende anatomische Kenntnisse erforderlich. Das Ohr lässt sich in drei Teile unterteilen: das Außenohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, das Schallwellen auffängt und an das Trommelfell weiterleitet. Dieses empfängt die Schallwellen über die Gehörknöchelchenkette – Hammer, Amboss und Steigbügel – und leitet sie an das Innenohr weiter, wo sie in Nervenimpulse umgewandelt werden. Im Mittelohr befindet sich neben den Gehörknöchelchen die innere Öffnung der Eustachischen Röhre, einer etwa 3 bis 4 cm langen Röhre, die oberhalb des weichen Gaumens in den Rachenraum reicht. Durch diese Röhre gelangt Luft ins Mittelohr und gleicht den Druck auf beiden Seiten des Trommelfells aus – eine notwendige Voraussetzung für dessen einwandfreie Funktion. Eine leichte Entzündung der Eustachischen Röhre, wie sie häufig bei Entzündungen der Nase und des Rachens auftritt, kann diese verstopfen. Dies führt zu einer Funktionsstörung der Gehörknöchelchenkette und verursacht Ohrensausen, Hörverlust und ein Druckgefühl im Ohr. Vor der Aufnahme in die Behandlung werden Patienten stets von einem Spezialisten untersucht und in der Audiometrieabteilung audiometrischen und Impedanztests unterzogen. Die Audiometrie analysiert alle hörbaren Frequenzen und bestimmt die Hörschwelle. Die Impedanzmessung hingegen beurteilt die Elastizität des Trommelfells und der Gehörknöchelchen sowie deren Schallleitfähigkeit und indirekt das Vorliegen eines Mittelohrkatarrhs. Diese Untersuchungen sind unerlässlich für eine korrekte Diagnose, die Festlegung der geeigneten Therapie und die Beurteilung des Therapieerfolgs nach Abschluss der Behandlung.

Die endotubale Insufflation ist die wichtigste Behandlungsmethode bei rhinogener Taubheit und wird ausschließlich von erfahrenen Ärzten durchgeführt. Dabei wird eine Eustachische Röhre eingeführt und ein Wärmegas in die Mittelohrhöhle injiziert. Das Gas erzeugt beim Eintritt ins Mittelohr ein zischendes Geräusch, das sowohl für den Patienten als auch für den behandelnden Arzt über ein im entsprechenden Ohr platziertes Stethoskop hörbar ist. Erkrankungen des Mittelohrs und der Eustachischen Röhre stehen in engem Zusammenhang mit Erkrankungen der Nase und des Rachens. Daher ist es für eine vollständige und nachhaltige Heilung unerlässlich, die Insufflation mit einer mikronisierten Dusche, Inhalation, einem Humage-Verfahren oder einer Behandlung mit einem Ultraschall- oder ionisierten Aerosol zu kombinieren, je nach Entscheidung des Spezialisten. Die Behandlungsergebnisse bei rhinogener Taubheit sind insbesondere bei Kindern sehr zufriedenstellend.